Die maltesische Küche ist das Ergebnis von zweitausend Jahren Begegnungen und Eroberungen — und die kulinarische Spezialität Maltas, von der alle zuerst sprechen, ist der Pastizz. Phönizier, Araber, Normannen, die Ritter des Johanniterordens und die Briten: Jede Epoche hat etwas auf dem Teller hinterlassen. Das Ergebnis ist eine charaktervolle mediterrane Küche mit starken sizilianischen Einflüssen, nordafrikanischen Gewürznoten und einer lokalen Leidenschaft für Kaninchen, die Besucher oft überrascht. Diese Gerichte und Produkte solltest du auf Malta unbedingt probieren.
🍽️ Die wichtigsten kulinarischen Spezialitäten Maltas
Pastizzi
Der maltesische Nationalsnack — warmes Blätterteiggebäck mit Ricotta oder Erbsen

Wenn du nur eine kulinarische Spezialität auf Malta probierst, dann einen Pastizz. Dieses kleine Blätterteiggebäck — rautenförmig mit Ricotta (pastizz tal-irkotta) oder rund mit würzigen Erbsen (pastizz tal-piżelli) — ist der Alltagssnack der Insel. Man isst ihn morgens, zwischendurch oder nach dem Club um 4 Uhr. Die goldene, knusprige Textur macht süchtig.
Die besten Pastizzeriji in Valletta findest du rund um Strait Street und Republic Street. Crystal Palace in Rabat gilt oft als Referenz des Archipels — die Wochenendschlangen sprechen für sich.
Ftira
Das maltesische Fladenbrot — Basis des besten lokalen Sandwichs der Insel

Ftira ist ein flaches Brot mit dicker Kruste und dichter Krume, seit 2020 als immaterielles UNESCO-Erbe anerkannt. Schon pur mit Olivenöl und frischer Tomate schmeckt es hervorragend. Als Sandwich (ftira biż-żejt) wird es mit Thunfisch, Kapern, Oliven, Tomaten, Minze und manchmal Rikotta gefüllt.
Auf Gozo wird Ftira noch einmal anders: eher wie eine dicke Pizza aus dem Holzofen, belegt mit Kartoffeln, Sardellen und Kapern. Es ist das perfekte Strandmittagessen — ideal für Comino, Blue Lagoon und jeden Ort mit Meer und Sonne.
Rabbit Stew — Stuffat tal-Fenek
Das maltesische Sonntagsgericht — Kaninchen, stundenlang in Rotwein geschmort

Stuffat tal-fenek ist die nationale kulinarische Spezialität Maltas schlechthin. Das Kaninchen wird über Nacht in lokalem Rotwein mariniert und dann langsam mit Knoblauch, Tomaten, Kräutern und Oliven geschmort, bis sich das Fleisch vom Knochen löst. Mit Ftira zum Auftunken erzählt dieses Gericht eine ganze Kultur.
Am authentischsten isst du es in familiengeführten Trattorien in Rabat, Mosta oder Mgarr — oder noch besser auf Gozo, wo viele Restaurants nach Familienrezepten kochen. Meide touristische Versionen direkt am Wasser.
Bigilla
Würzige Bohnencreme — der maltesische Hummus, nur kräftiger

Bigilla ist eine Creme aus getrockneten Bohnen, gemixt mit Knoblauch, Olivenöl, Chili und frischen Kräutern. Mit Ftira oder Galletti, den typischen maltesischen Crackern, ist sie die klassische Vorspeise auf lokalen Tischen — rustikal und extrem gut.
Du findest Bigilla auf dem Morgenmarkt in Valletta, in lokalen Feinkostläden wie Is-Suq tal-Belt und als Vorspeise in traditionellen Restaurants. Am besten mit viel Pfeffer und frischem Olivenöl.
Imqaret
Maltesische Dattel-Küchlein mit Gewürzen — die süße Streetfood-Pause

Imqaret sind kleine frittierte Teigtaschen mit Dattelpaste, Anis, Orangenzeste und Gewürzen. Das arabische Erbe ist hier klar spürbar. Frisch auf Märkten und Dorffesten frittiert, isst man sie heiß und knusprig, oft mit Puderzucker.
Du findest sie vor allem bei lokalen Festen und Wochenendmärkten. In Valletta gibt es sie häufig auf dem Sonntagsmarkt in der Merchants Street.
Ġbejniet
Kleine Schafs- oder Ziegenkäse — Gozos ganzer Käzestolz

Ġbejniet sind kleine handwerkliche Käse aus Schafs- oder Ziegenmilch, typisch für Gozo. Es gibt sie frisch und cremig, getrocknet und intensiver oder in Öl und Kräutern mariniert. In Restaurants werden sie auch paniert und frittiert als Vorspeise serviert.
Der überdachte Markt in Victoria ist ideal, um sie direkt bei lokalen Produzenten zu kaufen. Perfekt auch für ein Picknick vor einer Tour zu den Klippen Gozos.
Lampuki & Torta tal-Lampuki
Die lokale Goldmakrele — gegrillt oder als Pastete, Maltas Spezialität aus dem Meer

Lampuki ist die Goldmakrele der maltesischen Küste und die wichtigste maritime Spezialität der Insel. Es gibt sie von September bis November. Man isst sie gegrillt mit Olivenöl und Kräutern oder als Torta tal-Lampuki, eine Pastete mit Fisch, Spinat, Blumenkohl, Nüssen und Rosinen.
Marsaxlokk, das Fischerdorf im Süden, ist die beste Adresse für frischen Lampuki. Der Fischmarkt am Sonntagmorgen lohnt sich besonders in der Saison.
Kinnie
Maltesische Bitterorangen-Limonade — eine lokale Ikone seit 1952

Kinnie ist eine maltesische Limonade aus Bitterorangen und einer geheimen Mischung aromatischer Kräuter, 1952 als lokale Alternative zu Coca-Cola eingeführt. Der Geschmack ist einzigartig: leicht bitter, aromatisch, erfrischend und kräuterig.
Jeder Supermarkt, jede Bar und jedes Restaurant verkauft Kinnie. Dosen bekommst du überall — ein einfaches kulinarisches Souvenir für den Koffer.
🗺️ Wo du auf Malta essen solltest: Valletta, Dörfer und Gozo
FAQ: maltesische Spezialitäten — die echten Fragen
Malta schmeckt man genauso, wie man es besucht.
Pastizzi am frühen Morgen, Ftira auf Comino, Rabbit Stew auf Gozo, Kinnie zum Aperitif in Valletta — maltesische Spezialitäten gehören zur Reise dazu. Und abends wartet Paceville.
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